Unsere Route
Von Vicksburg aus starten wir zu unserer längsten Etappe. Mittlerweile sind wir das tägliche Ein- und Auschecken gewohnt. War es am Anfang noch mühsam, hätte mittlerweile jeder General seine wahre Freude an uns. Innerhalb von 10 Minuten sind wir marschbereit, Lager abgebrochen und Pferde gesattelt! Bis nach Amarillo, Texas, sind es rund 1‘200 km Fahrt, laut Google Map ungefähr 13 Stunden. Ein langer Tag steht uns also bevor.
Die Landschaft ändert sich, je näher wir der texanischen Grenze kommen. Die gewohnte, lieblich grüne Umgebung lockert sich immer mehr auf, das saftige Grün der Wiesen weicht einer trockenen, ockerfarbigen und kargen Landschaft, ab und zu mit Büschen durchzogen. Die weiten Ebenen von Texas öffnen sich, darauf weidende Rinder. Klischeehaft liegt die Strasse vor uns und windet sich in die weite Ferne, bis sie am Horizont entschwindet.
Wir durchqueren Dallas und Forth Worth (was erwartet uns wohl erst in LA?) und zweigen dann ab nach Norden. Die Skyline von Dallas ist eindrücklich, trotzdem halten wir hier nicht an. Ausserhalb von Dallas wird die Landschaft noch karger und hier erleben wir das richtige Texas. All die Farmen mit den wuchtigen Eingangsschildern, die Windräder, welche wir aus den Filmen kennen und ab und zu eine Ölpumpe. So haben wir uns das auch vorgestellt.
Wir übernachten irgendwo unterwegs und fahren am anderen Morgen weiter. Und dann, kurz vor Amarillo, liegt sie vor uns - die historische Route 66! Wir fahren auf ihr weiter bis in die Stadt hinein und suchen uns ein Motel. Hier stehen nun die ersten Höhepunkte der Route 66 an. Ausserhalb von Amarillo liegt die berühmte Cadillac-Ranch und das Adrian Mid-Point Café. Das ist ein Muss für jeden, der hier durchkommt. Das Mid-Point Café liegt genau in der Mitte der Route 66, zwischen Chicago und Los Angeles. Symbolisch für unsere Reise besuchen wir das Café am 8. Juli, dies ebenfalls genau nach der Hälfte unserer Reise. Drei Wochen sind wir schon hier, und solange bleiben wir noch!
An der Cadillac-Ranch und im Mid-Point Café treffen wir viele Leute. Eine spanische Harley-Töfffahrer Clique hat den selben Weg wie wir, unsere Wege kreuzen sich immer wieder. Man kennt sich, man plaudert, man verabschiedet sich – um sich vielleicht irgendwo wieder einmal auf der Route 66 zu treffen. Alle haben dasselbe Ziel, Californien!
Die Cadillac-Ranch wirkt einfach nur skuril, aber wohl genau deswegen ist sie derart faszinierend. Schon von weitem sieht man die Hecks der Wagen in die Luft ragen, mitten auf einem Feld im Niergendwo. Je näher wir kommen, desto beeindruckender wirken sie auf uns. Was hat den Künstler nur zu dieser Idee bewogen?
Das Mid-Point Café ist ebenfalls ein echt cooler Platz. Eigentlich besteht Adrian nur aus eben diesem Café, die anderen Häuser oder Tankstellen sind verfallen und modern vor sich hin. Die Route 66 lebt hier wirklich nur noch von der Legende. Aber diese ist allgegenwärtig und immer noch genau so faszinierend wie vor 30 Jahren.
Natürlich schiessen auch wir hier unsere obligaten Fotos vor dem Mid-Point Schild. Der Besitzer hat sogar extra einen Pfosten mir Abstellfläche vor dem Schild aufgestellt, damit man den Selbstauslöser benutzen kann, um sich selbst in allen möglichen Posen zu fotographieren. Alle haben hier ihr Gaudi und es herrscht eine ausgelassene, fröhliche Stimmung. Und natürlich kaufen wir hier auch diverse Souveniers, u.a. ein original Route 66 Strassenschild.
Danach fahren wir weiter auf der alten Route 66 (nicht auf der Interstate). Unser nächstes Ziel heisst Albuquerque in New Mexico.





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