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Dienstag, 17. Juli 2012

Las Vegas - 14./15.Juli

Unsere Route  -  Unser Hotel


Von Kingman aus fahren wir Richtung Norden. Es sind rund zwei Stunden Fahrt bis nach Vegas und es ist bereits 5 Uhr. Wir müssen uns beeilen, denn wir wollen ja auch noch den Hoover-Dam besichtigen. Ich gebe also Gas und sehe mit Vergnügen, wie sich die Ankunftszeit des Navi Minute um Minute vorverschiebt. Als wir am Hoover Dam ankommen, habe ich ganze 10 Minuten herausgeholt.

Wir fahren über die neue Brücke, welche genau auf der Grenze von Arizona und Nevada liegt und biegen ab. Über den Damm selbst kann man nicht mehr fahren, die alte Strasse dient nur noch als Parkplatz und Zufahrt. Vom Damm aus hat man einen tollen Blick auf die imposante Brücke, welche sich über die Felsschlucht schwingt. Ein Wahnsinns-Bauwerk! Wir staunen nur noch. Dann gehen wir hoch zur Brücke und laufen bis zur Mitte, von wo man einen guten Blick auf den Hoover Dam hat. Wir schauen hinunter und geniessen die Aussicht. Und auch das Wetter spielt wieder mal verrückt. Vor uns über dem Damm blauer Himmel, hinter uns auf der Brücke tiefschwarz und Regen mit zwei Regenbogen.

Dann geht es weiter nach Las Vegas. Auch hier können wir es kaum erwarten. Mittlerweile bricht die Dämmerung herein, und die Lichter beginnen zu glitzern. Unser Hotel liegt direkt am Las Vegas Boulevard, besser bekannt als the Strip. Wir fahren zuerst durch Downtown und sehen eine Wedding Chapel nach der anderen, eine kitschiger als die andere, dazwischen auch weisse klassische, und jede Menge Brautpaare davor. Viva Las Vegas!

Dann erreichen wir das Hotel. Zuerst zweige ich aber falsch ab und lande beim Palazzo. Also drehe ich nochmals eine kleine Runde auf dem Strip bis ich beim Venetian bin. Vor der Entrance hat es bereits so viele Leute und als wir das Hotel betreten verschlägt es uns erst einmal den Atem. Das Hotel ist schlichtweg fantastisch! Im venezianischen Stil eingerichtet und gebaut erweckt es wirlich den Eindruck von Venedig. Piazza San Marco, Gondoliere, die singen und ein immer blauer Himmel - wir sind im Paradies. Und vor dem Check In steht bereits eine riesige Schlange, geduldig stellen wir uns an, bis wir unser Zimmer erhalten, eine Suite mit Blick auf den Strip.

Wir fackeln nicht lange, sondern ziehen uns um und gehen sofort auf den Strip. Alles ist hier so gross, es hat soviele Leute auf der Strasse - die Orientierung fällt uns am Anfang schwer. Aber wir finden unseren Weg und gehen ins Mirage, Ceasar Palace und Bellagio. Und dort betrachten wir natürlich die weltberühmten Wasserspiele des Brunnen. Diesmal kommen wir uns vor wie Ocean Eleven...Es ist schon ein tolles Gefühl, all die Orte zu sehen, welche man in den Hollywood-Filmen jeweils sieht. Und zum Abschluss des Abends erkunden wir dann noch unser Hotel und all die Shops und nachtürlich das Casino. Auch am nächsten Tag besuchen wir die weiteren grossen Hotels, MGM, Luxor, New York und wie sie alle heissen. Und am Abend gehen wir auf den Stratosphere-Tower, wo wir aus 280 Metern Höhe einen wunderbaren Blick auf Vegas by Night geniessen.

Es ist ein Wahnsinn, was hier abgeht. Ich habe noch nie soviele Menschen auf der Strasse gesehen wie hier, ein Fortkommen ist manchmal gar nicht mehr möglich. Das Glitzern der Lichter, die imposanten Kulissen der Hotels, all die Strassenkünstler, und all dies noch bei tropischen Temperaturen. Hier pulsiert das Leben in vollen Zügen. Schade, dass wir nach zwei Tagen bereits wieder weiter müssen, wir wären gerne noch länger gebliegen und hätten die Stadt und das Hotel noch länger genossen. Aber vielleicht kommen wir ja wieder einmal hierher zurück!

Viva Las Vegas!












Montag, 16. Juli 2012

Flagstaff (Seligman) - 13.Juli

Unsere Route


Unser nächstes Ziel nach Monument Valley ist Flagstaff. Die Stadt liegt im Herzen von Arizona, in der Umgebung gibt es viele schöne Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Wir aber kehren hier wieder auf die Route 66 zurück und wollen das besterhaltenste Stück der Strasse befahren: die mittlerweile legendäre Strecke von Seligman nach Kingman.

Flagstaff selbst hat zwar einiges Flair, die Downtown ist recht hübsch, jedoch ein wenig in die Jahre gekommen. Und alle 10 Minuten quälen sich mit donnerndem und krachendem Getöse die Güterzüge der Santa Fe Railroad durch die Stadt. Wir übernachten im Super 8 Motel und machen uns am anderen morgen auf den Weg. Wir machen zuvor einen kurzen Halt im EagleRiders Harley und Route 66 Shop. Der Besitzer, ein Deutscher, erzählt uns hier einiges über die Route und wie diese wieder hergestellt wurde. So wurde u.a. der Film Cars anhand der Geschichte der Route 66 und dem Ort Seligman produziert. Wer den Film und die Geschichte der Strasse kennt, versteht plötzlich um was es geht.

Die Route 66 verläuft von hier aus zuerst nach Williams, dann nach Seligman, und von dort aus führt die Strasse weit weg von der Interstate und folgt der ursprünglichen Originalroute über Hackberry bis nach Kingman. Alle diese Orte wurden liebevoll gepflegt, wieder herausgeputzt, restauriert und entführen uns in längst vergangene Zeiten.

Die kleinen schmucken Häuser, General Stores und Shops sind ein Wahnsinn. Lebensgrosse Puppen stehen oder sitzen davor, ein Elvis spielt Gitarre. Uralte Zapfsäulen, die noch funktionieren und überall stehen alte, coole Autos, Cadillacs, Polizei-Autos – und plötzlich sehen wir auch Hook und Luigi, die putzigen Genossen aus dem Film Cars. Es ist also wirklich wahr, die Geschichte nimmt hier ihren Anfang. Echt cool!

Einmal mehr fühlen wir uns in der Zeit zurück versetzt und würden am liebsten noch länger an diesen Orten verweilen. Allein die Orte Williams, Seligman und Hackberry (wobei dies nur ein General Store ist, und Tipp: hier unbedingt die Restrooms besichtigen!) prägen und stehen für die Route 66. Sie machen die Legende aus und sorgen dafür, dass sie weiterlebt!

In Kingman besuchen wir zum Abschluss das Route 66 Museum und essen einen Hamburger im legendären Dr. D’z, gleich gegenüber. Hier finden sich auch die Route 66 Zeichen auf der Strasse, die ich fotographiert habe. Lange haben wir danach gesucht und nun endlich gefunden.

Eigentlich wollten wir gerne noch weiter nach Oatman. Dies muss ein ganz interessanter Ort sein, eine echte kleine Westernstadt, vor allem gibt es dort auch freilebende Esel, welche in der ganzen Stadt herumlaufen. Leider reicht aber die Zeit nicht mehr und wir verlassen die Route 66 und zweigen ab nach Las Vegas, unserem nächsten Stop. Wir werden sie aber in Los Angeles nochmals queren, dort wo sie nach 2278 Meilen endet oder beginnt, in Santa Monica.

Was in vielen Liedern besungen worden ist - so auch von den Rolling Stones- und was auch heute immer noch gilt, haben wir gefunden und bekommen:


Get your kicks on Route 66! 





 

Sonntag, 15. Juli 2012

Monument Valley - 12. Juli

Unsere Route  -  Unser Hotel


Nach dem herrlichen Tag im Grand Canyon machen wir uns auf den Weg ins Monument Valley. Wir können es kaum erwarten, bis wir dort ankommen. Unzählige Male haben wir Bilder davon gesehen, aber nun dies alles in Wirklichkeit vor uns zu haben - was muss das für ein Gefühl sein. Schon auf dem Weg dorthin bewundern wir wiederum die total gegensätzliche Landschaft von Arizona. Da fahren wir eine Anhöhe hoch, bewachsen mit Kiefern, dichten Wäldern und einem Geruch wie in den Schweizer Bergen, und im nächsten Moment, oben angekommen, erscheint auf der anderen Seite eine karge Wüstenlandschaft mit gedrungenem, struppigen Gebüsch, von Felsen durchzogen.

Sommerzeit ist hier auch Monsumzeit. Das stellen wir in den letzten Tagen immer wieder fest. Innerhalb von Minuten verdunkelt sich der Himmel. Schwarze, dichte Wolken hängen tief über den Tälern und Felsen, die Blitze zucken nur so herab, und dann ergiesst sich ein Wasserfall über unser Wagen. Kein Wunder haben früher alle gedacht, die Götter sind erzürnt! Echt unheimlich, aber ein gewaltiges Naturschauspiel.

Wie die Landschaft wechselt auch das Wetter innerhalb von Minuten. Plötzlich klart der Himmel auf und strahlt im schönsten Blau - und vor uns tauchen die ersten Formationen des Monument Valley auf. Wir sind entzückt! Die Götter meinen es also gut mit uns.

Beim Abzweiger "Monument Valley" in Kayenta zweigen wir ab und fahren ins Tal hinein, die majestätischen Felsen vor uns kommen immer näher. Schnurgerade führt die Strasse ins Tal hinein - wie oft haben wir dies in Filmen gesehen. In diesem Moment kommen wir uns vor wie Thelma und Louise! Es ist einfach nur atemberaubend!

Unser Hotel liegt direkt im Park und alle Zimmer haben Sicht auf das Valley und die Felsformationen. Auch vom Restaurant aus geniesst man volle Sicht auf das Tal. Unvorstellbar! Wir essen hier und im Hintergrund stehen die mächtigen Felsformationen. Es ist einfach zu kitschig um wahr zu sein, aber es wahr. Wie verzeihen dem Hotel in diesem Moment sogar, dass man hier keinen Alkohol bekommt, denn mit einem Glas Wein lässt sich der Sonnenuntergang und das Naturspektakel zweifelsohne stilvoller geniessen. Einmal mehr erleben wir einen unvergesslichen und wunderbaren Abend.

Am nächsten Morgen folgt wiederum same procedure as always und dann starten wir mit unserm SUV - auf neudeutsch ein Sport Utiliy Vehicle - zum Valley Drive. In etwa 2-3 Stunden, je nach Haltedauer und Fahrweise, darf man das Monument Valley auf einer vorgegebenen Strecke durchfahren. Was für ein Feeling! Die holprige Strecke verlangt mir alles ab, auf dem Sand drehen die Räder immer wieder durch und wir werden durchgeschüttelt wie auf dem Auto-Scooter. Aber es ist wahnsinnig aufregend und wir haben unseren Spass. Und unser Wagen sieht danach aus wie nach einer Wüstenralley.

Die Navajos lassen sich auch vieles einfallen hier im Tal. Man kann Pferde mieten und durch das Tal reiten, man kann zu einem Felsen wandern oder einfach sich auf einem Pferde sitzend vor der Kulisse  fotographieren lassen und sich dabei wie in einem Western von John Ford fühlen.

Nach rund zwei Stunden sind wir fertig mit der Tour und einmal mehr gilt es, die Zelte abzubrechen. Schweren Herzens fahren wir aus dem Tal, halten aber nochmals an und werfen einen letzten wehmütigen Blick auf dieses Naturwunder, bevor wir weiterfahren. Einfach nur wunderschön!

Where Sky meets Earth!





Donnerstag, 12. Juli 2012

Grand Canyon - 11.Juli

Unsere Route  -  Unser Hotel



Wir verlassen Santa Fe in aller Frühe. Der Weg zum Grand Canyon ist lang und wir wollen noch einige Zwischenstops einlegen. So stehen wir also um 6 Uhr auf (und das in den Ferien!) und machen uns auf den Weg. Vorerst nehmen wir wieder die Interstate 40 nach Westen.

Bereits wenige Minuten nach Albuquerque ändert sich die Landschaft. Sanfte und spektaktuläre Hügel erscheinen am Horizont, wechseln sich ab mit grünen, struppigen Wiesen. Es tauchen die ersten roten Felsen auf, Arizona zeigt sein Gesicht, wie wir es aus den Western Filmen von früher kennen (wer kennt die denn noch?). Wir sind begeistert von der Landschaft.

Unser erstes Ziel heute ist Acoma Sky City. Dies ist ein ganzjähriges Indianer-Pueblo, hoch oben auf einem Felsplateau. Nach dem Abzweigen von der I-40 fahren wir eine Weile durch einsame Strassen und staunen ab der Landschaft. Noch mehr erstaunt sind wir dann, als plötzlich eine Polizeisperre vor uns auftaucht sowie daneben das Schild „Acoma Sky City closed“. Ungläubig halten wir an und sprechen mit dem Polizisten. Leider ist es wirklich so. Das Pueblo ist geschlossen wegen irgendwelchen Arbeiten, kein Durchkommen. Nun gut, dann halt weiter…wir haben noch weitere Ziele und Zeit haben wir ja ebenfalls.

Als nächstes steht die Stadt Gallup auf dem Programm. Dazu verlassen wir die Interstate und fahren ein Stück auf der alten Route 66. Einfach herrlich. Gallup selbst bietet zwar nicht soviel, wir gehen aber ins Hotel El Rancho, wo in den 50er und 60er Jahren alle Filmstars aus Hollywood gewohnt haben, während sie hier die berühmten Western-Filme gedreht haben. Das Hotel ist ein tolles Bijou, ein Relikt aus dieser Zeit, man fühlt sich echt in die 50er zurück versetzt. Überall an der Wand hängen signierte Portraits der Stars. Wir gönnen uns hier ein echtes Frühstück mit Speck und Eier, fahren danach weiter und überqueren die Grenze zu Arizona.

Als nächstes kommt der Petrified Forest Nationalpark. Dies ist eine Art kleiner Grand Canyon und er liegt unmittelbar an der Interstate 40. Die Route 66 ging früher direkt durch den Park, existiert heute aber nicht mehr. Der Park bietet ebenfalls spektakuläre Landschaften, seinen Namen hat er aber von den vielen versteinerten Bäumen, welche es hier gibt.

Unser letztes Ziel vor dem Grand Canyon ist der Meteor-Krater. Dieser liegt ebenfalls direkt an der Interstate 40 bzw. an der alten Route 66. Vor 49'000 Jahren hat dieser hier eingeschlagen und einen riesigen Krater gebildet. Sein Durchmesser beträgt sagenhafte 1.3 Kilometer. Wir fahren die Strasse hoch bis zum Eingang, parkieren und laufen die letzten Meter zu Fuss bis an den Rand. Dann verschlägt es uns wieder einmal die Sprache. Ein gewaltiger Krater tut sich vor uns auf, ein Anblick, den man nur aus Büchern oder Filmen kennt. Und hier mitten in der heissen Wüste von Arizona gibt es dieses Phänomen!

Und dann – dann machen wir uns auf das letzte Teilstück zum Grand Canyon! Wir fahren über Holbrook und Flagstaff die alte Route 66. Nach über sechs Stunden Fahrt kommen wir abends um 7 hier an. Die Sonne scheint noch, wir möchten als erstes natürlich direkt zum Rim um den lang ersehnten Blick auf den Canyon zu werfen. Aber es gibt keinen freien Parkplatz mehr. Und da ich die Gegend hier sowieso nicht kenne (wer tut das schon beim ersten Mal) kurven wir hier einfach ziemlich verloren durch das Village und suchen verzweifelt unser Hotel. Dann endlich haben wir es gefunden. Es folgt same procedure as always und dann spurten wir zu Fuss an den Rand des Canyons.

Zum 67mal verschlägt es uns an diesem Tag die Sprache und atemlos bestaunen wir den grandiosen Ausblick. Wie oft haben wir vom Grand Canyon gehört, darüber gesprochen, Bilder bestaunt – und nun stehen wir selbst hier! Wir können es noch kaum glauben. Einfach nur wunderbar. Trotzdem müssen wir noch was essen, zudem ist auch bereits dunkel geworden – so gehen wir zurück ins Hotel. Spontan beschliessen wir beim esssen, dass wir morgen früh mit dem ersten Bus den Canyon entlang fahren um den Sonnenaufgang zu sehen. Nach dem zweiten Bier einigen wir uns dann auf den zweiten Bus, der fährt um 5.15 Uhr, das ist ja auch noch früh genug.

Und so stehen wir den zweiten Tag in aller herrgottsfrühe auf, der Wecker schrillt uns um halb fünf aus dem Schlaf. Dann geht es ruckzuck! Duschen, anziehen, Kamera und Feldstecher, Flasche Wasser – und dann zur Busstation. Mit den Bussen kann man kostenlos alle Aussichtspunkte anfahren. Dass tun wir dann auch und sehen einen atemberaubenden Sonnenaufgang am Hopi-Point. Es ist einfach nur wunderschön. Vor allem hat es nur sehr, sehr wenig Leute um diese Zeit und wir können die Sicht uneingeschränkt und in aller Ruhe geniessen. Wir lassen uns der Faszination Grand Canyon beschlagnahmen. Keine einzige Wolke, blauer Himmel, die Sonne, die unfassbare Weite dieses Canyons. Was für ein Erlebnis!

Um 11 Uhr gehen wir zurück ins Hotel und checken aus. Kaum zu glauben, aber um diese Zeit sind wir bereits mehr als sechs Stunden auf den Beinen, haben den ganzen South-Rim abgefahren mit all seinen Aussichtspunkten, und die meisten Leute kommen erst jetzt langsam her. Mittlerweile ist der Platz wirklich voll und überlaufen, die Parkplätze sind belegt und wir sind froh, dass wir wegkommen.

Und wie wir froh sind, dass wir wegkommen – unser nächstes Ziel ist noch faszinierender und ein Traum von uns allen: Das Monument Valley!

The Story continues!










Dienstag, 10. Juli 2012

Santa Fe - 10.Juli

Unsere Route  -  Unser Hotel


Von Albuquerque machen wir uns auf den Weg nach Santa Fe. Bisher kenne ich diese Stadt nur aus den Winnetou-Filmen und anderen Western. Demzufolge bin ich auch gespannt, was uns erwartet. Wir nehmen auch diesmal nicht die Interstate, sondern fahren über den sogenannten Turquoise-Trail, eine alte Handelsstrasse von früher zwischen den beiden Städten. Sie führt über die Berge und windet sich ähnlich wie eine Schweizer-Passstrasse.

Es ist merklich kühler hier oben und es riecht wie in den Schweizer Bergen. Die Vegetation ist karg, lauter Zwergföhren, und erinnert uns an den Ofenpass. Nur die Häuser sind anders. Auch hier ist alles im Adobe-Stil gebaut und fasziniert ungemein.

Auf der Strecke nach Santa Fe passieren wir den kleinen Ort Madrid (!?!?). Was es hier alles für Namen gibt. Übrigens haben wir auf der Fahrt hierher auch noch eine Mattehorn Road passiert...

Madrid war eine einstmalige Minenstadt für Edelsteine, danach lange Zeit eine Geisterstadt und wurde dann von Künstlern und Aussteigern wieder zu neuem Leben erweckt. Heute ist Madrid ein echtes Schmuckstück mit vielen kleinen Läden und Boutiquen, alten Saloons und ein Minen-Museum.

Nach einem Bummel durch das Dorf gehen wir in den Mine Shaft Saloon. Schon als wir eintreten, fühlen wir uns in den Wilden Westen zurückversetzt. Es fehlt nur noch der Colt an der Hüfte und die Schiesserei kann losgehen. Alles ist hier aus Holz, man fühlt sich wie früher. Die Wände sind zugedeckt mit verzierten Dollar Noten. Auch Jana verewigt sich und hängt eine Note an die Wand. Und die Tresen sind so wie in den Western Filmen - Mann bestellt einen Whiskey, der Barkeeper füllt das Glas, und stösst es mit einem gewaltigen Schub quer über die Theke zu mir herüber. Dann exen und nochmals einen!! Soweit meine Gedankenspiele, aber ich muss ja noch fahren.

Wir fahren weiter nach Santa Fe und es folgt das übliche Prozedere. Same procedure as every day -wir checken ein und gehen in die Stadt. Diesmal macht aber das Wetter nicht mit, als wir in Santa Fe ankommen, ist der Himmel schwarz und es regnet. Da hätten wir nun Zeit, um endlich wieder mal an den Pool zu liegen und die Sonne zu geniessen....und dann das. Aber OK, wir können nicht  sechs Wochen Sonnenschein haben (und Debby haben wir ja schon lange vergessen).

Trotzdem gehen wir in die Stadt. Santa Fe kommt uns ein wenig vor wie Albuquerque, nur eleganter, schöner, geschäftiger und amerikanischer. Hier hat es viele amerikanische Touristen, das Preisniveau ist höher, aber es gibt tolle und exklusive Sachen zu kaufen. Wir gehen in einen Western-Shop und sind begeistert. Echte und extravagante Cowboy-Stiefel in allen Farben und Varianten. Einfach nur geil!! Für uns Schweizer ist das Tragen solche Boots jedoch Ausnahmezustand, wann sollen wir diese denn anziehen? Schweren Herzens verzichten wir auf einen Kauf und unsere Brieftasche dankt uns dies auch. Die Boots kosten von 300 $ aufwärts *schluck*!

Zum Abschluss essen wir in einem italienischen Restaurant in der Old Town und sind vom Geschmack und der Qualität angenehm überrascht. Morgen haben wir grosses vor, es geht auf zum Grand Canyon. Und das Wetter soll auch wieder besser werden.

Wild Wild West!







Albuquerque - 9.Juli

Unsere Route  -  Unser Hotel


Vom Mid Point Café machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, Albuquerque in New Mexico. Einen Teil der Route fahren wir auf der Interstate, einen Teil auf der alten historic Route 66. Immer wieder sehen wir am Strassenrand verfallene Häuser und durchgerostete Wagen aus den 60igern. Wenn es einen Beweis für das funktionieren der Wirtschaft und des Kapitalismus gibt, dann ist dies wohl die eindrücklichste Art, wie es verdeutlicht wird. Das macht auch den Reiz dieser Strasse aus, deswegen fahren jedes Jahr immer noch Hunderte diese Route.

Die Landschaft ändert sich hier in New Mexico nochmals. Weite Grasflächen wechseln sich ab mit sanften Hügeln, teilweise ist die Gegend von Felsen durchzogen. Bäume gibt es praktisch keine mehr, dafür viel struppiges Gebüsch. Wir machen Halt in Santa Rosa, einem kleinen Städtchen, dass sich trotz Niedergang (oder vielleicht eben deswegen) der Route 66 gut gehalten hat. Hier hat sich die Moderne mit dem Historischen verschmolzen, alte Motels stehen neben neuen, der Geist der historic Route 66 lebt hier immer noch. Zudem hat in diesem Ort Billy the Kid sein Unwesen getrieben und hier in der Nähe wurde er auch von seinem besten Freund für 500 $ erschossen.

Nach einem ausgezeichneten Burger brechen wir auf und fahren noch das letzte Stück bis Albuquerque. Wir kommen um etwa vier Uhr an und beziehen das Hotel. Es ist hier sehr heiss, zeitweise hatten wir 103 Grad Fahrenheit, aber dafür nicht mehr so feucht wie in Louisiana. Wir machen uns sogleich auf den Weg in die Old Town. Von dieser habe ich viel gelesen, muss die Architektur doch wundervoll sein. Und wirklich, alle Häuser sind im sogenannten Adobe-Stil gebaut, sie sehen aus wie Pueblos. Auch in den Aussenbezirken zieht sich dieser Baustil durch. Alles wirkt spanisch mexikanisch angehaucht hier in der Old Town, es gibt natürlich unzählige Souvenirs- und Schmuckläden. Wir schlendern herum, lassen uns treiben und landen schlussendlich in einem mexikanischen Restaurant, wo wir uns einen Drink genehmigen. Ich einen Margerita, Silvana eine Pina Colada und Jana eine Cola. Auch in Albuquerque haben wir nicht das Gefühl, in den USA zu sein - zu anders ist diese Stadt, zu gemächlich, zu südländisch. Aber auch dies ist eben Amerika.

Welcome to New Mexico!













Montag, 9. Juli 2012

Amarillo - 7./8.Juli

Unsere Route



Von Vicksburg aus starten wir zu unserer längsten Etappe. Mittlerweile sind wir das tägliche Ein- und Auschecken gewohnt. War es am Anfang noch mühsam, hätte mittlerweile jeder General seine wahre Freude an uns. Innerhalb von 10 Minuten sind wir marschbereit, Lager abgebrochen und Pferde gesattelt! Bis nach Amarillo, Texas, sind es rund 1‘200 km Fahrt, laut Google Map ungefähr 13 Stunden. Ein langer Tag steht uns also bevor.

Die Landschaft ändert sich, je näher wir der texanischen Grenze kommen. Die gewohnte, lieblich grüne Umgebung lockert sich immer mehr auf, das saftige Grün der Wiesen weicht einer trockenen, ockerfarbigen und kargen Landschaft, ab und zu mit Büschen durchzogen. Die weiten Ebenen von Texas öffnen sich, darauf weidende Rinder. Klischeehaft liegt die Strasse vor uns und windet sich in die weite Ferne, bis sie am Horizont entschwindet.

Wir durchqueren Dallas und Forth Worth (was erwartet uns wohl erst in LA?) und zweigen dann ab nach Norden. Die Skyline von Dallas ist eindrücklich, trotzdem halten wir hier nicht an. Ausserhalb von Dallas wird die Landschaft noch karger und hier erleben wir das richtige Texas. All die Farmen mit den wuchtigen Eingangsschildern, die Windräder, welche wir aus den Filmen kennen und ab und zu eine Ölpumpe. So haben wir uns das auch vorgestellt.

Wir übernachten irgendwo unterwegs und fahren am anderen Morgen weiter. Und dann, kurz vor Amarillo, liegt sie vor uns - die historische Route 66! Wir fahren auf ihr weiter bis in die Stadt hinein und suchen uns ein Motel. Hier stehen nun die ersten Höhepunkte der Route 66 an. Ausserhalb von Amarillo liegt die berühmte Cadillac-Ranch und das Adrian Mid-Point Café. Das ist ein Muss für jeden, der hier durchkommt. Das Mid-Point Café liegt genau in der Mitte der Route 66, zwischen Chicago und Los Angeles. Symbolisch für unsere Reise besuchen wir das Café am 8. Juli, dies ebenfalls genau nach der Hälfte unserer Reise. Drei Wochen sind wir schon hier, und solange bleiben wir noch!

An der Cadillac-Ranch und im Mid-Point Café treffen wir viele Leute. Eine spanische Harley-Töfffahrer Clique hat den selben Weg wie wir, unsere Wege kreuzen sich immer wieder. Man kennt sich, man plaudert, man verabschiedet sich – um sich vielleicht irgendwo wieder einmal auf der Route 66 zu treffen. Alle haben dasselbe Ziel, Californien!

Die Cadillac-Ranch wirkt einfach nur skuril, aber wohl genau deswegen ist sie derart faszinierend. Schon von weitem sieht man die Hecks der Wagen in die Luft ragen, mitten auf einem Feld im Niergendwo. Je näher wir kommen, desto beeindruckender wirken sie auf uns. Was hat den Künstler nur zu dieser Idee bewogen?

Das Mid-Point Café ist ebenfalls ein echt cooler Platz. Eigentlich besteht Adrian nur aus eben diesem Café, die anderen Häuser oder Tankstellen sind verfallen und modern vor sich hin. Die Route 66 lebt hier wirklich nur noch von der Legende. Aber diese ist allgegenwärtig und immer noch genau so faszinierend wie vor 30 Jahren.

Natürlich schiessen auch wir hier unsere obligaten Fotos vor dem Mid-Point Schild. Der Besitzer hat sogar extra einen Pfosten mir Abstellfläche vor dem Schild aufgestellt, damit man den Selbstauslöser benutzen kann, um sich selbst in allen möglichen Posen zu fotographieren. Alle haben hier ihr Gaudi und es herrscht eine ausgelassene, fröhliche Stimmung. Und natürlich kaufen wir hier auch diverse Souveniers, u.a. ein original Route 66 Strassenschild.

Danach fahren wir weiter auf der alten Route 66 (nicht auf der Interstate). Unser nächstes Ziel heisst Albuquerque in New Mexico.


Get your Kicks on Route 66!